Bekommen rnv und Bürgermeister Specht das Straßenbahn-Chaos in den Griff?

Gemeindenachrichten

Versprechungen gab es genügend vor der Linienänderung der Straßenbahn nach Wallstadt am 12.06.2016. So von Bürgermeister Specht, dass es nicht nur für die Gartenstadtlinie 4 ein Inbetriebnahmefest geben werde – auch an den Haltestellen der beiden neuen Linien 5A und 15 nach Wallstadt sollte gefeiert werden. Schön wäre es gewesen. Wenn dies nun die einzige nicht erfüllte Ankündigung geblieben wäre, könnte man darüber womöglich hinwegsehen.

Schon eher ein Problem ist, dass auch die Infoblätter zu den neuen Linien für alle Wallstadter Haushalte bis heute nicht in den Briefkästen waren. Denn das neue Linienkonzept ist bei weitem nicht so einfach, wie es im Vorhinein dargestellt wurde. Kein Wunder, dass die rnv die genauen Fahrpläne bis zur öffentlichen Bekanntmachung wenige Tage vor der Umstellung auch vor den Bezirksbeiräten geheim hielt, obwohl die SPD die Fahrpläne mehrfach angefragt hatte.
Nur einige „Kröten“ waren bereits länger bekannt: dass am Sonntag nur noch ein 30-Minutentakt gilt, sollte ausgeglichen werden durch einige Zusatzfahrten unter der Woche. Den nun fehlenden umstiegsfreien Fahrten zum Strohmarkt und nach Ludwigshafen steht gegenüber, dass man nun umsteigefrei zum Schloss und Richtung Heidelberg kommt sowie der schnellere Weg zum Hauptbahnhof.
In der Theorie schien das neue Betriebskonzept noch recht verständlich: alle 20 Minuten mit der 5A von Heddesheim über Käfertal und Nationaltheater zum Bahnhof und dann weiter als OEG nach Edingen und Heidelberg. Dazu in den Hauptverkehrszeiten mit der Linie 15 von Wallstadt-Ost über Schafweide und Universität zum Bahnhof und weiter auf die OEG-Strecke über Nationaltheater Richtung Käfertal.
In der Praxis passt die sogenannte „Hauptverkehrszeit“ nach wie vor nicht – mittags ist der Bedarf zwischen Käfertal und Wallstadt über Rott und Vogelstang-West auch nach rnv-Zählungen genauso groß wie am Nachmittag. Gar nicht zu merken sind allerdings die genauen Abfahrtzeiten: zu den nun zwei Linien kommen Taktsprünge hinzu und Bahnen, die lt. Fußnoten irgendwo enden, wo dann umgestiegen werden muss. Kundenfreundlich geht anders. Als sei dies nicht genug, kam es zur Einführung der neuen Linien zu weiteren Problemen, die zu vielen Beschwerden über das Chaos führten. Und auch heute noch fallen diverse Fahrten immer wieder aus, sind Durchsagen unverständlich und passen die elektronischen Haltestellenanzeigen nicht. In Wallstadt-Ost und –West gibt es die Anzeigen sogar überhaupt nicht! Bei der nichtöffentlichen Bezirksbeiratssitzung in Wallstadt steht daher auf Antrag der SPD der neue Fahrplan auf der Tagesordnung. Die SPD wird alle vorgenannten Probleme ansprechen. Zumindest das Chaos im Betrieb muss schnellstens gelöst werden.