Erste Verkehrsberuhigung im Neubaugebiet Wallstadt-Nord durch Thorsten Schurse

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Anwohner des Rohrkolbenwegs weihen am Freitag, 22.05.2009, eigene Pflanzkübel ein Bezirksbeirat Thorsten Schurse schloß stellvertretend den Gestattungsvertrag mit der Stadt ab, plante und beschaffte die Kübel

Im Neubaugebiet Wallstadt gibt es viele verkehrsberuhigte Straßen (blaues Schild mit spielenden Kindern), in denen nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf – das sind 6-8 km/h, wie der Bürgerdienst Wallstadt mitteilte. Soweit die Theorie. Seit Bestehen des Neubaugebiets reißen jedoch die Klagen vieler Anwohner nicht ab, dass stellenweise viel zu schnell gefahren werde. Geschwindigkeitsmessungen der Stadt Mannheim bestätigten dies immer wieder. An einer besonders unübersichtlichen Stelle im hinteren Teil des Rohrkolbenwegs, wo ein Fußweg einmündet, der von der Straße unseinsehbar ist, haben die Anwohner jetzt selbst Abhilfe geschaffen. 2004-2005 hatten sich 142 von 145 damaligen Anwohnern (97,9%) in den Haushalten des Rohrkolbenwegs zwischen Brunnen und Wendekreis für verkehrsberuhigende Maßnahmen ausgesprochen. Die vollständige Befragung wurde v. a. von Hrn. Axel Holtschmidt durchgeführt, der auch die Unterschriftenliste dazu in der öffentlichen Bezirksbeiratssitzung am 22.06.2005 der Verwaltung übergab. Später haben die Familien Weber und Schurse das Anliegen weiterverfolgt. Lange wiegelte die Stadt ab. Jahrelang wurde etwa diskutiert und untersucht, wer denn die Schuldigen für das schnelle Fahren seien. Nach umfangreichem Schriftverkehr, drei Ortsterminen und unzähligen Telefonaten bot die Stadt Ende 2007 stellvertretend SPD-Bezirksbeirat Thorsten Schurse an, einen Gestattungsvertrag für die Aufstellung von zwei Pflanzkübeln abzuschließen. Die Planungen gestalteten sich auch danach mühsam. Der Fußweg ist gleichzeitig ein Rettungsweg und die Zufahrt für die Feuerwehr darf daher nicht eingeschränkt werden. Die Stadt achtete sogar darauf, dass die Kübel das eigentlich nicht zulässige Parken im verkehrsberuhigten Bereich nicht beschneiden, da der Parkraum im Neubaugebiet Wallstadt sehr gering bemessen ist. Daneben waren versicherungstechnische Fragen zu klären. Die Planungen sind nun abgeschlossen, die Kübel beschafft und bereits mit rot-weißen Warnbaken versehen. Fast fünf Jahre nach Beginn der Umfrage von Herrn Holtschmidt werden sie am Freitag, 22.05.2009, bepflanzt und um 15 Uhr eingeweiht. Die Kosten des Vorhabens von ca. EUR 900 teilen sich über 15 Familien auf, sechs Haushalte wechseln sich dann jährlich mit der Pflege der Kübel ab. Verkehrsberuhigung ist also möglich, wenn alle Seiten miteinander reden - wenn es auch mühsam und langwierig ist. Vielleicht findet das Vorgehen Nachahmer? Mit gutem Willen auf allen Seiten lässt sich dann womöglich sogar eine Lösung dafür finden, dass in den Tempo 30-Straßen im Neubaugebiet regelmäßig die Gehwege mit unvermindertem Tempo über lange Strecken befahren werden. Hier liegt das Problem darin, dass die Bürgersteige fast nirgendwo im Neubaugebiet höher als die Straßen sind und somit niveaugleich von den Straßen ausgewichen werden kann. Neben dem zu schnellen Fahren ist das die zweite große Gefahrenquelle im Neubaugebiet. Ohne dass Anwohner und Stadt aufeinander zu gehen, wird man dieses Problem nicht nur noch viele Jahre diskutieren, sondern sich dabei weiterhin allseits nicht ernst genommen fühlen. Jedoch wird die Stadt hier sicher nicht die Kosten an die Anwohner weiterreichen können.