Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus - Dr. Stefan Fulst-Blei putzt Stolpersteine in der Neckarstadt

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Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus versammelten sich Mitglieder des SPD-Ortsvereins Neckarstadt-Ost, Bezirksbeirat Sascha Brüning und Dr. Stefan Fulst-Blei MdL zu einer gemeinsamen Stolperstein-Putzaktion als Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, die sich hinter den Namen auf den Steinen verbergen.

Es beteiligten sich neben Brüning und Fulst-Blei weitere Mitglieder des SPD-Ortsvereins Karl Lederle, Dennis Ewert und Nora Dreier – alle ausgestattet mit Putz-Utensilien, Blumen und Kerzen. Zunächst wurde an jedem der drei Stolpersteine die persönliche Geschichte vorgetragen. So las Fulst-Blei die Geschichte von Kaplan Thaddäus Brunke vor und mahnte in seiner Ansprache, dass es auch heute wieder Strömungen gäbe, die ihm große Sorgen bereiten. „Wir müssen mit offenen Augen durchs Leben gehen und jeder und jede einzelne sollte sich verantwortlich dafür fühlen, dass sich so etwas nicht wiederholt. Gerade jetzt, wo sich Mitmenschen aufgrund von gegensätzlichen Meinungen in Lager spalten, sollte uns stets im Bewusstsein bleiben, wohin Ausgrenzung und Hass führen können.“

„Uns als Ortsverein und mir persönlich als Bezirksbeirat ist es wichtig, dass unser Stadtteil weiterhin so vielfältig und offen für alle Menschen bleibt. Denn dafür sind die Neckarstädter bekannt, nicht zuletzt durch das sehr beliebte Max-Joseph-Straßenfest, dass sich explizit dem Thema Vielfalt in der Nachbarschaft widmet. Unsere Aktion heute soll zeigen, dass wir uns als SPD-Ortsverein aktiv gegen Rassismus stellen und die Opfer nicht vergessen werden. Denn auch sie waren mal Nachbarn von Neckarstädtern.“

Während des gemeinsamen Gedenk-Spaziergangs putzten die Teilnehmenden drei Stolpersteine. Neben dem Erinnerungsstein von Kaplan Thaddäus Brunke an der Bonifatiuskirche wurden auch der Stein von Friedrich Dürr in der Langen Rötterstraße, ein kommunistischer Widerstandskämpfer der wegen einer Flugblattaktion verhaftet wurde, und Gustav Dieter, ein sozialdemokratischer Widerstandskämpfer, der im Zuchthaus in Bruchsal unter ungeklärten Umständen starb, in der Mittelstraße besucht und geputzt. An jedem Stein hielt die Gruppe eine kleine Gedenkzeremonie ab, zündete eine Kerze an und legte Blumen nieder. „nie vergessen“ und „#weremember“ (übersetzt: wir erinnern uns) schrieb SPD-Mitglied Dennis Ewert mit Straßenkreide neben die Stolpersteine, um Passantinnen und Passanten auch später noch auf sie aufmerksam zu machen.

Seit 1996 wird in der Bundesrepublik der Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz als offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Im Jahr 2005 haben die Vereinten Nationen den Tag zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust ernannt. Auch in Mannheim gab es viele Opfer. Einer der schrecklichsten Tage in der Mannheimer Stadtgeschichte dürfte der 22. Oktober 1940 gewesen sein. Rund 2000 Menschen wurden in der Nacht zum 23. Oktober aus ihrem Zuhause getrieben und deportiert.

Die drei besuchten Stolpersteine in der Neckarstadt-Ost:

Bonifatiuskirche, zur Erinnerung an Thaddäus Brunke, 21.01.1903 Er wirkte ein Jahrzehnt als Kaplan an St. Bonifatius in Mannheim. 1940 verhaftet, starb er am 5.8.1942 im KZ Dachau.

Lange Rötterstr. 22 (Neckarstadt-Ost), zur Erinnerung an Friedrich Dürr, 01.02.1904 Kommunistischer Widerstandskämpfer. Nach einer Flugblattaktion 1935 verhaftet und ins Zuchthaus gebracht; 1938 nach Dachau deportiert; am 28.4.1945 bei der Befreiung Dachaus erschossen.

Mittelstraße 4, zur Erinnerung an Gustav Dieter, 15.07.1906 Sozialdemokratischer Widerstandskämpfer, 1935 zu 10 Monaten Haft verurteilt, am 18.3.1936 im Zuchthaus Bruchsal unter ungeklärten Umständen verstorben.

 

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg