Grundschul-Krise: Von Hamburg lernen! - Hamburger Bildungssenator Ties Rabe zu Gast in SPD-Fraktionssitzung

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„Die aktuellen Ergebnisse der IQB-Studie zeigen, dass Baden-Württembergs Grundschulen in vielen Bereichen abgehängt sind. Während sich das Land in einem bedenklichen Abwärtstrend befindet, hat sich Hamburg bei den Leistungsvergleichen in den vergangenen Jahren im Ranking deutlich verbessert“, so SPD-Fraktionschef Andreas Stoch. In der Fraktionssitzung am Dienstag hat sich die SPD-Landtagsfraktion daher beim Hamburger Bildungssenator Ties Rabe über den Erfolg der Hansestadt in der IQB-Studie informiert.

„Vor zehn Jahren lag Hamburg noch auf dem drittletzten Platz. Mittlerweile liegen unsere Grundschülerinnen und Grundschüler beim Lesen, Zuhören und Rechnen im Bundesvergleich auf den vorderen Plätzen“, so Ties Rabe. SPD-Fraktionschef Andreas Stoch ergänzt: „Die heterogene Schülerschaft ist in Hamburg und Baden-Württemberg vergleichbar. Der wirkliche Unterschied ist: In Hamburg hat die Landesregierung in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben erledigt, in Baden-Württemberg nicht. Vor allem im Bereich der frühkindlichen Bildung und der Grundschulen.“ Während die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg beim schlechten Abschneiden derzeit auffällig oft auf den hohen Migrationsanteil der Schülerschaft verweist, ist dies in Hamburg bei einem Migrationsanteil von 51 Prozent kein Thema (BW: 49 Prozent).

Ties Rabe: „Wichtig ist, dass wir genau hinschauen, um zu erfahren, welche Kinder besonderen Förderbedarf haben und welche Förderprogramme auch tatsächlich funktionieren. Dazu braucht es regelmäßige Lernstandserhebungen. Trotz anfänglicher Skepsis in Teilen der Lehrerschaft sind diese heute ein wichtiges und anerkanntes Instrumentarium an unseren Schulen. Entscheidend ist zudem, dass Fördermaßnahmen auch verbindlich umgesetzt werden. Gute Erfahrungen machen wir zudem seit Jahren mit der sozialindexbasierten Ressourcenzuweisung. Dadurch erhalten Schulen in herausfordernden sozialen Lagen zusätzliches Lehrpersonal sowie zusätzliche finanzielle Mittel. In Hamburg müssen außerdem alle Kinder im Alter von 4 ½ Jahren an einem Sprachtest teilnehmen. Werden dabei sprachliche Defizite festgestellt, müssen die Kinder an der Sprachförderung teilnehmen. Auch verpflichtende und kostenlose Nachhilfeangebote bei schlechten Leistungen oder die Einführung der Lernferien entfalten ihre Wirkung.“

Als weiteren Erfolgsfaktor nennt Rabe die Ausweitung von Lesen, Schreiben und Rechnen: „Das Erlernen der klar definierten Kernkompetenzen muss wieder mehr im Fokus stehen. Hierfür braucht es ausreichend Zeit im Unterricht. Deshalb haben wir feste Lesezeiten eingeführt und die Stundenzahl für Deutsch und Mathe erhöht. Die Ergebnisse der IQB-Studie zeigen uns, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.“

Von Hamburg lernen heißt auch, grundsätzlich mehr Geld in Bildung zu investieren. Dr. Stefan Fulst-Blei, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, ergänzt: „Während Hamburg 12.100 Euro pro Kind in die Bildung seiner Grundschüler*innen steckt, investiert Baden-Württemberg lediglich 6.700 Euro pro Grundschüler*in. Damit liegt unser reiches Bundesland nur auf Platz 11 im Bundesländervergleich.* Das hat Folgen: in keinem anderen Bundesland ist die Schüler-Lehrer-Relation an Grundschulen so schlecht wie in Baden-Württemberg!“

 

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg