Kinderbetreuung in MA-Wallstadt: Verbesserungen zur städtischen Planung

Gemeindenachrichten

Die Schließung des städtischen Kinderhauses ist unnötig.
Es gibt eine kostengünstigere Alternative.

1. Die derzeitigen Planungen der Stadt Mannheim aus Verwaltungsvorlage 268/2010 schaffen 16 zusätzliche, für Wallstadter Bedarf nutzbare, Krippenplätze. Sie schaffen in Summe keine Veränderung im Kindergartenbereich. Im Hortbereich würde der künftige Bedarf durch die Planungen gedeckt, jedoch bei kleinerer Fläche pro Kind als bisher und bei problematischer Lage des Horts jenseits der Straßenbahngleise. Eine künftige Möglichkeit, an der Wallstadtschule ein Ganztagsangebot zu machen, bieten die Pläne nur dann, wenn später ein Neubau an der Schule hinzutritt. Daneben ist der Krippenplatzbedarf um ein Vielfaches höher, als er durch die Verwaltungsvorlage gedeckt werden kann. Es ist somit die Vermutung anzustellen, dass bei Ausführung der Verwaltungsvorschläge in wenigen Jahren ein zusätzlicher Neubau an der Schule geschaffen werden wird, in den die Hortkinder (oder dann Ganztagsschulkinder) einziehen und das Kinderhaus Wallstadt, welches lt. Verwaltungsvorlage aktuell zum Hort umgebaut werden soll, erneut umgebaut werden muss: dann zu Krippenräumen. Andere geeignete Grundstücke für Kinderbetreuung in Wallstadt sind derzeit nicht bekannt.
2. Eine besonders geeignete Alternative zu den städtischen Planungen stellt ein kurzfristiger Anbau an die Wallstadtschule für einen Hort dar. In diesen Anbau könnte die Hortgruppe aus den Räumen der katholischen Kirche und die Hortgruppe aus dem Kinderhaus Wallstadt verlegt werden. Die weiteren Räume des Anbaus führen zu einer Bedarfsdeckung im Hortbereich, wie in der Verwaltungsvorlage. Daneben ergibt sich als gewünschter Nebeneffekt die Möglichkeit, das Gebäude später ohne weitere relevante Kosten umzunutzen für ein Ganztagsangebot an der Wallstadtschule an Stelle der Hortbetreuung. Wie auch in der städtischen Vorlage vorgesehen, könnte dem katholischen Kindergarten nach dem Bau des Schulanbaus eine Krippengruppe (10 Kinder) angegliedert werden, für den der bisher an die Stadt vermietete Raum umgebaut wird. Weitere Krippenplätze könnten im Kinderhaus Wallstadt in den Räumen der bisherigen dortigen Hortbetreuung (bisherige Hortgruppe mit 20 Plätzen) eingerichtet werden. Bereits ohne Neubau des Wespinstifts ergeben sich so etwa 25 zusätzliche Krippenplätze. Die Kindergartenplätze blieben unverändert (Anzahl und Ort) gegenüber dem aktuellen Zustand.
3. Das Wespinstift plant lt. Verwaltungsvorschlag ein Verwaltungsgebäude mit zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen in Wallstadt. Die Kindergartengruppen würden im Falle der Ausführung von 2. nicht zwingend zusätzlich benötigt. Das Wespinstift könnte sich somit auf den Bau des Verwaltungsgebäudes mit zwei Kinderkrippengruppen beschränken oder weitere Krippengruppen integrieren. (Der Bedarf liegt noch erheblich über den gegenüber heute ca. 25 zusätzlichen Krippenplätzen aus 2.) Der Neubau des Wespinsstiftes wäre aus Wallstadter Sicht möglichst früh wünschenswert - vordringlich ist jedoch der Anbau an die Schule aus 2! Die Krippengruppen im Wespinstift stellen einen zusätzlichen Verbesserungsschritt dar, der spätestens im weiteren stadtweiten Ausbau der Krippenbetreuung ausgeführt werden sollte.
4. Der Alternativvorschlag (2. und 3.) ändert eigentlich nur die Reihenfolge von zwei Bauten, die beide ohnehin zwingend benötigt werden, um die Ziele der Stadt Mannheim bei der Ganztagsschulkindbetreuung und dem Krippenplatzangebot mittelfristig zu erfüllen. Der Alternativvorschlag verursacht jedoch gegenüber der Verwaltungsvorlage in Summe erheblich niedrigere Investitionskosten, da ein zweimaliger Umbau des Kinderhauses Wallstadt eingespart werden kann. Kurzfristig erhöhten Kosten steht somit mittelfristig eine große Kostenersparnis gegenüber. Daneben hat der Alternativvorschlag den Charme einer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung, da die Umzüge für die betroffenen Kinder vermieden werden und praktisch alle anderen Gegenargumente aus der dreistündigen öffentlichen Bezirksbeiratssitzung zu diesem Thema vom Montag, 12.07.2010, entfallen, in der sich die Bürgerinnen und Bürger sehr kenntnisreich und detailliert einbrachten.