SPD stellt Maßnahmenpaket zur Förderung der Inklusion an Schulen vor

Landtagsfraktion

Andreas Stoch: „Jetzt geht es darum, den Entwicklungsprozess zu gestalten, Fehlentwicklungen zu korrigieren und die Inklusion zur schulischen Realität zu machen“

Gerhard Kleinböck: „Inklusion bedeutet den Blick auf alle Kinder zu richten, nicht allein nur auf diejenigen mit sonderpädagogischem Förderbedarf“

Die SPD-Landtagsfraktion will Schulen besser bei der Umsetzung der Inklusion unterstützen und stellt dazu ein Maßnahmenpaket mit zehn konkreten Forderungen an die grün-schwarze Landesregierung vor. „Aktuell ist noch nicht überall wo Inklusion draufsteht, auch gute Praxis drin“, resümiert SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Stoch drei Jahre nach der Schulgesetzänderung und leitet daraus einen politischen Handlungsauftrag ab: „Es muss klare Meilensteine geben, um die Vision der Inklusion zur erfolgreichen Praxis zu machen.“ Spätestens seit Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention 2008 sei allen Beteiligten klar, dass die Inklusion einen konkreten Handlungsauftrag für viele gesellschaftliche Bereiche bedeutet, insbesondere auch für das Bildungssystem. „Die Aufhebung der Sonderschulpflicht war daher rechtlich notwendig, aber auch unter dem Aspekt der umfassenden Teilhabe gesellschaftlich geboten“, erläutert Stoch und ergänzt: „Mit Abschaffung der Sonderschulpflicht wurde der erste Schritt hin zu einem inklusiven Bildungssystem getan. Jetzt geht es darum, den Entwicklungsprozess zu gestalten, Fehlentwicklungen zu korrigieren und die Inklusion zur schulischen Realität zu machen.“ Stoch beschreibt dabei die Inklusion als einen Entwicklungsprozess, der nicht nur Strukturen berührt, sondern von allen Offenheit für die Unterschiedlichkeit erfordert. „Viele Schulen leisten hervorragende Arbeit – ihnen gebührt unsere Anerkennung und großer Dank“, lobt der SPD-Fraktionsvorsitzende den Einsatz der Lehrkräfte und Schulleitungen. Der unverblümte Blick in den Schulalltag zeige jedoch auch, dass noch zu oft Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Der Maßnahmenkatalog der SPD-Landtagsfraktion setzt daher an den praktischen Herausforderungen des Schulalltags an. Zentral ist dabei aus Sicht des schulpolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion, Gerhard Kleinböck, die angemessene Versorgung der Schulen mit sonderpädagogischen Fachkräften, die die SPD mit einem Stufenmodell erreichen will. „Dazu gehört für uns auch ein passgenaues Fortbildungsangebot und eine verbesserte Ressourcenausstattung bei den Schulleitungen“, führt Kleinböck aus. Ziel müssten die konsequente Umsetzung des Zwei-Pädagogen-Prinzips und der Aufbau von multiprofessionellen Teams sein. Die Anzahl der Studienplätze für Sonderpädagogik sowie der Weiterbildungslehrgänge müssten entsprechend erhöht werden. „Über diese offensichtlichen Forderungen hinaus sehen wir insbesondere in der Erstellung von Inklusionsentwicklungsplänen einen wichtigen Baustein für erfolgreiche Inklusion“, ergänzt Stoch eine weitere wesentliche Komponente des Maßnahmenkatalogs. In Inklusionsentwicklungsplänen sollen die Schulen für die Zukunft darlegen, wie sie mit der steigenden Heterogenität in den Klassenzimmern umgehen wollen und welche Ressourcen sie dazu brauchen. „Inklusion bedeutet den Blick auf alle Kinder zu richten, nicht allein nur auf diejenigen mit sonderpädagogischem Förderbedarf“, erläutert Kleinböck den erweiterten Inklusionsbegriff der SPD und unterstreicht, dass sich dieser Auftrag an alle Schularten gleichermaßen richte. Längst seien die Herausforderungen an den Schulen so vielschichtig, dass es zur Unterstützung der Lehrkräfte auch andere Expertise brauche. In einem Schulversuch sollen sich nach Vorstellung der SPD-Landtagfraktion zunächst 44 Schulen mit einem zusätzlichen Personalbudget in Höhe von 100.000 bis 200.000 Euro je nach Schulgröße ein multiprofessionelles Team zusammenstellen können, dass den Bedarfen vor Ort gewachsen ist.

 

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

 

Counter

Besucher:650548
Heute:18
Online:1
 

13.08.2018 17:20 Demokratie braucht Inklusion – Inklusion ist mehr Lebensqualität für alle
Der Bundesvorsitzende von Selbst Aktiv, Karl Finke, sowie seine Stellvertreterin, Katrin Gensecke, haben sich zu einem ersten Abstimmungs- und Erfahrungsaustausch mit dem neuen Beauftragten für die Belange behinderter Menschen, Jürgen Dusel, in Berlin getroffen. „Demokratie braucht Inklusion. Dies müssen wir in das allgemeine gesellschaftliche Bewusstsein einbringen“, so Jürgen Dusel. „Vor Ende der ersten 100 Tage der Amtszeit gilt

13.08.2018 17:18 Hofabgabeklausel abschaffen
Die Pflicht zur Hofabgabe ist verfassungswidrig. Das entschied der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts in seinem heute veröffentlichten Beschluss über die Pflicht zur Abgabe landwirtschaftlicher Höfe als Voraussetzung eines Rentenanspruchs. Die SPD-Bundestagsfraktion sieht sich bestätigt. „Mit ihrem ‚Nein‘ zur Hofabgabeklausel stützen die Verfassungsrichter in Karlsruhe die Position der SPD-Bundestagsfraktion, deren Ziel die vollständige Abschaffung der Hofabgabeverpflichtung

06.08.2018 17:05 Opfer von Hiroshima und Nagasaki mahnen: Nukleare Abrüstung wichtiger denn je
Im 73. Jahrestag des Abwurfs der ersten Atombombe über Hiroshima am 6. August 1945 sehen wir einen Auftrag für heute und einen kleinen Hoffnungsschimmer – in Japan. „Fast 14.500 Atomwaffen gibt es weltweit – jede einzelne ist Zuviel. Die Krise der atomaren Abrüstung muss endlich überwunden werden. Das mahnen uns nicht nur die schätzungsweise 240.000

06.08.2018 17:03 Es müssen mehr neue und vor allem bezahlbare Wohnungen gebaut werden
Es gibt zu wenige Sozialwohnungen – das dürfe nicht hingenommen werden, sagt Bernhard Daldrup. Für das kommende Jahr sind deshalb 500 Millionen Euro zusätzlich für den sozialen Wohnungsneubau vorgesehen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass es einen Wettbewerb um die wenigen verbliebenen Sozialwohnungen gibt. Denn es sind nur noch 1,2 Millionen Wohnungen für Geringverdiener und damit rund 46.000 weniger

02.08.2018 12:11 Wir stärken die Pflege mit mehr Personal und mehr Leistungen
Unsere Fachpolitikerinnen Sabine Dittmar, gesundheitspolitische Sprecherin, und Heike Baehrens, Pflegebeauftragte der SPD-Fraktion, erläutern das vom Kabinett beschlossene Sofortprogramm für Pflege. Sabine Dittmar: „Das Sofortprogramm ist ein wichtiges Signal für alle, die auf Pflege angewiesen sind und für alle, die in der Pflege arbeiten. Das Programm stärkt die Pflege in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen. Es sorgt für mehr Personal

02.08.2018 10:10 Allergrößten Respekt vor Alleinerziehenden
Sie sind außergewöhnlich stark belastet, stemmen vieles allein – und das oft mit wenig Geld: Alleinerziehende verdienen unsere Unterstützung. Katja Mast verspricht: Wir verbessern die Situation der Alleinerziehenden weiter. „Ich habe den allergrößten Respekt vor Alleinerziehenden. Sie schultern das alleine, was Eltern sonst gemeinsam leisten. Wir müssen sie dabei weiter unterstützen. Deshalb hat die SPD-Bundestagsfraktion 2017

Ein Service von websozis.info